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Nach und nach treffen die Wettkampfteams mit ihren Schiedsrichtern im Wittenberger Luther-Hotel ein. Hinter ihnen liegen 24 Stunden Wettkampf. Viele tausend Verbindungen sind in den Logbüchern festgehalten. Jetzt sind die USB-Sticks an die Auswerter übergeben worden und die Logbuchdateien werden einer strengen Kontrolle unterzogen. Morgen wissen wir mehr dazu, wie sich die Platzierungen der 63 Teams im Einzelnen darstellen.

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Beobachtungen bei ABG-3
Sonntag, 14.00 Uhr, Contestende. Tiefes Durchatmen bei den Dreien an der Site ABG-3. 24 Stunden liegen hinter ihnen. Schiedsrichter Michael Fulcher, KC7V, kommt aus dem Zelt, spricht kurz mit uns und bittet darum, dass wir vom Medienteam uns noch etwas gedulden mögen. „Klar doch, wird gemacht“, erwidere ich in gebrochenem Englisch bevor wir Michael das Zelt wieder mit dem Reißverschluss verschließt.
Unterdessen versammeln sich immer mehr „Volunteers“ und „Organizers“ auf dem trockenen, staubigen Feld etwa 6 km südöstlich von Jessen. Mehrere Fotografen haben sich schon vor dem Zelteingang aufgebaut, um den Moment abzupassen, an dem die Operator von Y82N nach etwas mehr als 24 Stunden das Zelt verlassen. Ruhige, sachlich klingende Gesprächsfetzen dringen aus dem Zelt nach außen. Leichte Ungeduld macht sich breit. „Nun macht hinne,“ denkt einer der Umstehenden laut und augenzwinkernd.

Hat es das Team aus Litauen tatsächlich geschafft? Mit mehr als 5,9 Mio Punkten liegen Gedas, LY9A, und Mindis, LY4L, deutlich vor dem deutschen Team mit Manfred, DJ5MW, und Stefan, DL1IAO. Die Deutschen erreichten 5,3 Mio Punkte. Ob es bei den Punktezahlen bleibt, steht nicht fest, denn jetzt ist die Stunde der Auswerter. Der Datenträger mit den Funkverbindungen liegt dem Auswerteteam vor. Auf die Anrufe „CQ contest, Y81N, CQ Test de Y81N“ der Litauer folgten 5212 Funkverbindungen. Mit Contestende erreichte die deutsche Mannschaft 4974 Funkverbindungen.
Welches Team auf weiteren Plätzen folgt ist offen, da die Punktabstände zwischen Platz drei bis sechs sehr gering sind. Zur Zeit liegen die Goldmedaillen-Gewinner von 2014 aus den USA auf Platz drei gefolgt von den Teams aus Slowenien, der Ukraine und Bulgarien. Wer am Ende die Plätze belegt und ob sich bei den vorn liegenden Mannschaften noch etwas ändert, bleibt abzuwarten.
Wieviel Punkte nach der Auswertung bei allen Teams übrigbleiben, liegt jetzt in den Händen der Auswerter die alles genau nachprüfen.
Wer das scoreboard verfolgte, erkannte, wie schnell sich die Platzierungen der Teams änderten.
Was für die Zuschauer interessant und spannend war, blieb den Wettkampfteams verborgen, denn –so sehen es die Wettkampfbedingungen vor-  an den Funkstationen ist Smartphone, Internet & Co. absolut tabu. Selbst die Schiedsrichter verfügen nur ein einfaches Telefon für Notfälle oder Fragen an die Organisatoren und Wettkampfrichter. Deshalb sind erst heute nach 14.00 Uhr für die Wettkampfteams die Überraschungsmomente gesetzt: Wo sind wir gelandet und wo unsere Konkurrenten? Den Teams steht Erschöpfung und Erleichterung gleichermaßen im Gesicht geschrieben. Nach 24 Stunden höchster Konzentration auf die Funksignale stehen jetzt Entspannung und Erholung an. Aber das wird nicht jedem Team sofort gelingen, denn der Adrenalinspiegel sinkt nur allmählich. Deshalb wird sich nicht jeder sofort schlafen legen können.
Es ist wohl eine Mischung aus Glücksgefühlen, der Freude über das Erreichte und es endlich „hinter sich zu haben“, die bei allen 63 Teams und den ebenso wichtigen Schiedsrichtern vorherrschend ist.

Wir wollen Dein Log, dafür bekommst du das Assisant Judge Diplom (bis zum Sonntag, dem 15. Juli 2018 1800 UTC)!!!
https://www.dxhf.darc.de/~wrtc2018/upload.cgi

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Noch sind einige Stunden Zeit, um das seit vielen Stunden führende Team aus Litauen noch vom ersten Platz auf dem Scoreboard zu verdrängen. Gedas Lucinskas, LY9A, und Mindis Jukna, LY4L, lagen bereits in den ersten Conteststunden immer wieder vorn, während das deutsche Team mit Manfred Wolf, DJ5MW und Stefan von Baltz, DL1IAO, sich aus dem anfänglichen Mittelfeld kontinuierlich nach vorn gearbeitet hat. Jetzt, am Vormittag, trennen beide Teams rund 300.000 Punkte voneinander; klingt im ersten Moment viel. Das kann sich jedoch noch ändern. Wird die Technik durchhalten, wird die Konzentration und Kondition der Wettkämpfer hochgehalten werden können? Die Nacht war mit tausenden Funkverbindungen anstrengend und Pausen kann sich kein Team leisten, wenn es zum WM-Titel reichen soll. Es bleibt spannend bis zur letzten Minute. Die Spannung bei den Wettkämpfern ist mindestens genauso hoch wie bei den Zuschauern der „Scoreboard-Blitztabelle“. Was aber Zuschauer von Contestern gravierend unterscheidet ist ein Wissensvorsprung. Den aktuellen Tabellenstand kennen die Contestmannschaften nicht, sie dürfen keine Verbindung zum Internet haben. Damit wissen die Beobachter der Blitztabelle zwar bis Contestende mehr als die Contester selbst. Ob sich jedoch die Platzierung auf dem Scoreboard nach dem Auswerten der Logbücher verfestigt, bleibt der Auswertung vorbehalten. Die beginnt erst dann, wenn die USB-Sticks mit den Daten der Funkverbindungen von den Schiedsrichtern der Teams in der Organisationszentrale abgegeben werden. Die Auswerter sind bereit und warten darauf, loslegen zu können. Der Sieger wird morgen, am Montagabend verkündet.

Foto: Mindis (LY4l) und Gedas (LY9A) sind optimistisch

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