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Beobachtungen bei ABG-3
Sonntag, 14.00 Uhr, Contestende. Tiefes Durchatmen bei den Dreien an der Site ABG-3. 24 Stunden liegen hinter ihnen. Schiedsrichter Michael Fulcher, KC7V, kommt aus dem Zelt, spricht kurz mit uns und bittet darum, dass wir vom Medienteam uns noch etwas gedulden mögen. „Klar doch, wird gemacht“, erwidere ich in gebrochenem Englisch bevor wir Michael das Zelt wieder mit dem Reißverschluss verschließt.
Unterdessen versammeln sich immer mehr „Volunteers“ und „Organizers“ auf dem trockenen, staubigen Feld etwa 6 km südöstlich von Jessen. Mehrere Fotografen haben sich schon vor dem Zelteingang aufgebaut, um den Moment abzupassen, an dem die Operator von Y81N nach etwas mehr als 24 Stunden das Zelt verlassen. Ruhige, sachlich klingende Gesprächsfetzen dringen aus dem Zelt nach außen. Leichte Ungeduld macht sich breit. „Nun macht hinne,“ denkt einer der Umstehenden laut und augenzwinkernd.



Dann trifft in einem Bulli und mehreren PKWs das „Cheerleader-Team“ der Litauer ein. Mit ihren lustigen T-Shirts fallen sie auf und ihre Fröhlichkeit steckt an. Alles wartet und dann ein vertrautes Geräusch: Der Reißverschluss öffnet sich und Gedas, LY9A, eilt schnellen Schrittes zum blauen Häuschen. „Darauf habe ich schon lange gewartet“, murmelt er lächelnd und jeder von uns allen, die auf das entscheidende Foto der beiden OP’s warten, schaut verdutzt aber verständnisvoll aus der verschwitzten Wäsche. 32°C sind es und manches Celsius-Grad mehr dürften es im Zelt sein. Es vergehen noch einige Minuten und kurz nachdem Gedas wieder im Zelt verschwunden ist, scheinen Schiedsrichter und Contestcrew mit allem fertig zu sein. Als die Drei vor das Zelt treten und das klack klack der Kameras loslegt, kommt Applaus der umstehende Fans, Volunteers und Organizers auf. Mindis‘ Kinder rennen auf den geliebten Papa zu und in herzlicher Umarmung ist mit XYL Lina nach 24 Stunden die Familie wieder vereint. Ruck zuck gibt es ein herzliches, liebevolles Miteinander aller Litauer und deutschen Freunde. Sie sind allesamt glücklich über das Erreichte, denn das kann sich sehen lassen: Besser geht es nicht. Es ist die Stunde der neuen Weltmeister. Aber davon wollen Gedas und Mindis erst einmal gar nichts wissen. Zum einen sind sie sehr bescheidene Menschen und andererseits wissen sie nur allzu gut, das die Auswertung der Logs jetzt erst beginnt. Die Erfahrung lehrt sie, dass sich noch manches bis zur Siegerehrung ändern kann. Was sie aber (noch) nicht wissen: das Ergebnis ist –bei aller Vorsicht- nahezu uneinholbar von der an zweiter Stelle stehenden deutschen Mannschaft. 5212 Verbindungen und über 5,9 Mio Punkte in 24 Stunden sind eine großartige Leistung. Dennoch warten Gedas und Mindis die Logbuchprüfung ab – bescheidene, hervorragende Funkamateure.


Das Interview das Ed, DD5LP, mit ihnen an der site führt, ist aufgenommen und von Ralf, DH2FBL, im Video festgehalten. Beide fahren nach Wittenberg zurück. Gedas bittet mich, noch ein paar Fotos von den Volunteers und dem Contest-Team zu machen. Gedas und Mindis wissen, wem sie den Erfolg auch zu diesem Zeitpunkt zu verdanken haben: den engagierten und perfekt arbeitenden Helfern an der Site ABG-3. Das zeichnet das LY-Team ebenso aus, sie sind nämlich auch abseits des Hobbys tolle Menschen, mit denen man sehr gern befreundet ist.
Ach ja, ABG-3, da war noch was: Allmählich gewöhne ich mich an die anfangs für mich kryptischen Abkürzungen. Nun werde ich Annaburg bei Jessen –dafür steht ABG-3- nicht nur wegen der neuen Weltmeister in Erinnerung behalten. Es verbindet sich für mich eine tolle WRTC-Momentaufnahme damit. Bleibt haften.  
Klaus Wöhler, Pressesprecher WRTC 2018

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